Email Design Trends 2022: Unsere Top 6

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Genau wie in Sozialen Medien kommen im Email Marketing ständig neue Design Trends dazu oder verschwinden wieder. Dabei immer den Überblick zu behalten, ist gar nicht so leicht. Wir haben für dieses Jahr Vorarbeit geleistet und unsere Top 6 gelistet: Welche Design Trends sind spannend und nicht zu umgehen, welche sind vielversprechend, aber noch ausbaufähig? Das sind die Bullets für 2022.

Julia

25.02.2022

News & Inspiration

Nichts ist beständiger als der Wandel

Die vergangenen 2 Jahre waren − milde gesagt − eine ziemliche Herausforderung für Wirtschaft, Politik und Privathaushalte. Und auch jetzt hat die Corona-Pandemie die Welt noch fest im Griff − mit heftigen Auswirkungen für einige Branchen. Anders sieht es beim Online-Handel aus: Der E-Commerce boomt, auch wenn die Lage natürlich für manche besser oder schlechter ist. Die Folge daraus: Der Online-Handel ist noch stärker umkämpft. Wer sich also jetzt im Web richtig platziert und vor allem den Kunden-Kontakt per Email perfektioniert, kann viel Boden gutmachen – und wichtige Bestandskunden an sich binden. Nicht umsonst hat Forbes den Email-Kanal als einen der Top 10 Trends im Jahr 2022 identifiziert − aufgrund von Automations, vielen Personalisierungs-Möglichkeiten und der Tatsache, dass es sich um einen Owned Channel handelt. Eine wichtige Voraussetzung ist demnach aber, ausdrücklich die Zielgruppe anzusprechen und am Puls der Zeit zu bleiben. Dafür müssen Email-Marketer mit den neuesten Trends vertraut sein. Das &revenue-Team hat die sechs wichtigsten Email Design Trends für 2022 ausgewählt.

Email Design Trends 2022: Unsere Top 6

Was brauchen Newsletter-Kampagnen und Automatisierungen, um in der Design-Super-Liga ganz vorne mitzuspielen? Welche Features sprechen Abonnent:innen bestmöglich an, sorgen für Aufmerksamkeit und lösen Freude oder andere Emotionen aus? Das sind unsere Top 6 Email Design Trends 2022:

1. Interaktivität und AMP in Emails

Für Email-Geeks sicherlich keine Überraschung, dass Interaktivität und Accelerated Mobile Pages (AMP) in Emails auch in diesem Jahr eine große Rolle spielen werden. Beide ermöglichen Empfänger:innen, bestimmte Aktionen direkt in der Email auszuführen, beispielsweise über einen Klick, Mouseover oder Scrollen. Die Auswahl an interaktiven Elementen ist groß, angefangen bei simplen Optionen wie GIFs bis zu innovativen Möglichkeiten wie Schiebereglern oder Umfragen direkt in der Email.

Größtes Spaßelement ist sicher Gamification: Kund:innen werden mit eingebetteten Spielen in der Email herausgefordert. Anreiz ist dann, die Aufgabe zu meistern, oder sogar Rabatte und Geschenke einzustreichen. Es geht aber auch weniger spielerisch: Immer, wenn geklickt, gewischt oder gescrollt wird, steigert das die Aufmerksamkeit der Empfänger:innen. Beispiele sind Bilder-Karussells, die verschiedene Produkte beim Klicken anzeigen. Auch Umfragen, Waren- und Hotelbuchungen, Feedback sind direkt in der Mail machbar. 

Interaktive Emails sorgen also nicht nicht nur für Abwechslung und Unterhaltung. Bestimmte Elemente können damit auch schlicht besser veranschaulicht werden. Das macht die Email insgesamt funktionaler und sorgt für ein reibungsloses Erlebnis, da alles in der Email stattfindet der User muss nicht auf eine externe Website oder Landinpage geführt werden. Laut einer Analyse von Litmus erwarten sogar ganze 91 % der User interaktive Inhalte in Emails doch nur 23 % der Marketer nutzen sie. Das ist eine riesige Lücke und eine große verpasste Chance für Unternehmen! Technisch möglich wird die Darstellung von interaktiven Elementen unter anderem durch AMP, einem Developer Framework von Google, bestehend aus HTML, CSS und JavaScript. Nicht alle Email-Clients und ESP unterstützen die Anwendung schon, die Entwicklung ist derzeit also noch nicht ganz ausgereift. In vielen Fällen sind also tiefergehende Programmierkenntnisse gefragt. Die Unterstützung für interaktive Emails verbessert sich jedoch zunehmend, weshalb wir uns sicher sind: Interaktiven Emails gehört die Zukunft!

 

Email Interaktivität

2. Dark Mode

Ein weiterer Design-Trend, der auch in diesem Jahr nicht an Wichtigkeit verliert, ist der Dark Mode. Was aber genau passiert beim Dark Mode? Das Farbschema wird sozusagen umgekehrt dargestellt, der Hintergrund einer Email ist also schwarz statt üblicherweise weiß, auch die Farben von Schriften kehren sich um. Die Darstellung schont das Auge, erleichtert die Lesbarkeit und verleiht Emails ein elegantes Aussehen. Voraussetzung ist aber: Emails werden optimiert für den Dark Mode designt. Das ist häufig noch nicht der Fall. Da aber die meisten Betriebssysteme und Anwendungen den Dark Mode ermöglichen und Email-Clients wie Apple-Mail, Yahoo, Gmail und Outlook diese Änderung übernommen haben, wird sich dieser Trend auch dieses Jahr weiter ausbreiten. Für uns als Agentur heißt das, Templates zu entwerfen, die den Dark Mode berücksichtigen, sodass die Emails sowohl im Light- als auch im Dark Mode optimal angezeigt werden. Oder sogar eine spezielle Version für den Dark Mode zu erstellen. Vor allem Grafiken und Bildelemente müssen in den meisten Fällen in Formate mit Transparenz umgestellt werden. Wenn du mehr über den Dark Mode erfahren möchtest, bist du hier richtig.

 

Darkmode Beispiel

3. Minimalismus

Vielleicht ist es dir auch schon aufgefallen: Bereits im letzten Jahr konnten wir eine Zunahme von minimalistischen, einfachen und sehr fokussierten Email-Designs feststellen. Und uns gefällt, was wir da sehen! Auch 2022 werden viele Brands in ihren Newslettern zunehmend minimalistisch unterwegs sein. Die Begründung ist simpel: Durch zunehmende Konkurrenz im Email-Postfach, ist es immer schwieriger, die Aufmerksamkeit der Empfänger:innen zu bekommen. Zusätzlich lassen Informationsflut und tägliche Massen an Emails die Aufmerksamkeit schrumpfen. Minimalistische Emails sind deshalb Gold wert. Nichts lenkt von der Key Message ab und die Wahrscheinlichkeit, den begehrten Klick auf den Call-To-Action (CTA) zu erhalten, steigt. 

Alle Tipps rund um gelungenes Email-Design haben wir in diesem Artikel gesammelt: Dort erfährst du unter anderem, wie du Leser:innen sinnvoll durch deine Email führst und White Space optimal nutzt!

 

CTA Beispiel

4. Social Proof

Unserer Einschätzung nach war Social Proof im Email-Design noch nie so wichtig wie in diesem Jahr. Denn: Die meisten Kund:innen informieren sich vor einem Kauf über Feedback und Bewertungen und sehen diese Infos als entscheidenden Faktor für – oder gegen – ihre Kaufentscheidung. Diese Tatsache macht User-Generated Content (UGC) zu einem der wichtigsten Email Design Trends 2022 für uns. Die wohl bekannteste Form von Social Proof stellen positive Bewertungen durch Nutzer:innen oder andere Testimonials dar, die wiederum als “Beleg” für die Qualität oder Leistung eines Produktes dienen und das Vertrauen stärken. Social Proof kann immer mal wieder in Newslettern eingebunden werden, eignet sich aber auch optimal in Welcome Emails und weiteren Automations, z.B. im Post Purchase Follow-Up sowie in Winback- oder Subscriber Activation Emails. Mehr Tipps zum richtigen Einsatz und Ideen zum Social Proof findest du in diesem Artikel.

 

Social Proof Beispiel

5. Dynamische Elemente und (mehr) Personalisierung

„Jim, das sind die 3 perfekten Sommer-Basics!”, steht im Betreff des Newsletters. Auch die Anrede in der Email ist personalisiert, genauso der Call-to-Action. Und an anderer Stelle wird der bevorstehende Geburtstag des Subscribers erwähnt. Das alles sind inzwischen fast Klassiker, wenn es um personalisierte Elemente in Email-Kampagnen geht. Sie schaffen ein Gefühl von Vertrauen und damit eine gute Basis für die Kundenbindung.

Anspruchsvoller, aber noch deutlich effektiver für Öffnungs- und Klickraten sind Newsletter, die in allen Punkten den einzelnen Empfänger ansteuern also komplett dynamisch daherkommen.

Den Subscribern werden zum Beispiel personalisierte Bilder und Produkte angezeigt. Die jeweilige Darstellung basiert auf demografischen Faktoren (also etwa Name, Alter, Geschlecht), auf Daten zum Kaufverhalten (unter anderem Infos zum Suchverlauf und Warenkorb) und auf psychographischen Daten (etwa Interessen, Hobbys usw.). Ein Beispiel: Ein User kauft wesentlich häufiger Hemden als Schuhe dann sollte man sich daran orientieren und zum Beispiel vorwiegend Hemden im Headerbild anzeigen. Auch Versandzeiten können personalisiert werden, basierend darauf, wann Empfänger:innen ihre Emails überwiegend öffnen. Eine weitere Möglichkeit: Empfänger:innen nach Aufenthaltsort segmentieren. So können zum Beispiel lokale Wettervorhersagen genutzt und entsprechend passende Produkte empfohlen werden. Auch der nächstgelegene Shop kann auf Basis des Standortes personalisiert angezeigt werden. Klar, der technische Aufwand für solche Individualisierungen ist erst einmal höher. Unter anderem müssen Definitionen für Tags vergeben und Datensätze einheitlich gehalten werden. Der Nutzen liegt aber auf der Hand: Durch dynamische Elemente erhalten Abonnent:innen systematisch höchst relevante Inhalte. Das führt zu höherem Engagement und spart letztlich sogar wertvolle Zeit für die Kampagnenerstellung.

 

Personalisierung Beispiel

6. Email Accessibility

Streng genommen ist die Accessibility was übersetzt soviel wie Barrierefreiheit bedeutet kein Trend, sondern eher Voraussetzung für den Email-Erfolg und damit weitaus mehr. Die traurige Wahrheit ist aber, dass nach wie vor eine große Verunsicherung in Bezug auf die Barrierefreiheit von Emails besteht. Im Laufe des vergangenen Jahres haben wir allerdings bemerkt, dass immer mehr (auch kleinere Brands) darauf achten, ihre Emails möglichst allen Empfänger:innen einwandfrei zugänglich zu machen. Die folgenden Punkte sind besonders wichtig, um barrierefreie Emails zu gewährleisten: 

  • Leicht zu lesender und verständlicher Text
  • Übersichtliche Grafiken
  • Geeignete Schrift und optimale Schriftgröße
  • Optimaler Kontrast
  • Keine störenden Elemente
  • Einheitliche Farbpalette
  • Passende ALT-Texte für Bilder
  • Responsive Design und Optimierung für mobile
  • Optimierung für Dark Mode

 

Mobile Optimierung

Fazit

Alle Design Trends, die wir hier für 2022 auflisten, haben eine Sache gemeinsam: Sie alle tragen zu einem höheren Engagement bei und steigern die Performance von Newsletter Kampagnen, Automatisierungen usw. Das ist dieses Jahr besonders wichtig, weil die Open Rate als zentraler KPI an Bedeutung verliert (bedingt durch die Mail Privacy Protection im Rahmen von iOS 15). Damit rückt die Click Rate ins Zentrum, mit allem was zu ihr gehört. 

Wir sind gespannt, welche Neuerungen 2022 bereithält. Und vor allem: Ob die Wünsche, die wir an die genannten Trends haben, sich erfüllen. Also die vereinigten Email Marketer auf dem Globus 😉 an ähnlichen Schrauben drehen, um die Entwicklungen weiter voranzutreiben.