ESP-Vergleich - Unsere Top 5

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Keine Frage: Email Marketing ist nach wie vor einer der besten Kanäle, um Kundenbeziehungen zu pflegen und Umsätze zu steigern. Im Gegensatz zu anderen Methoden, wie z.B. SEO oder bezahlter Werbung, kann mit Email Marketing ein eigener Verteiler aufgebaut werden, der ausschließlich dem Unternehmen selbst gehört – und damit (fast) komplett unabhängig von Algorithmusänderungen und beispielsweise Cookie-Blocking durch Google, Facebook und Co. ist. Um die Chancen des Email Marketings jedoch optimal nutzen zu können, braucht es die richtigen Tools. Allen voran einen geeigneten Email Service Provider (ESP). Wir haben einige der gängigsten Anbieter genauer analysiert und unsere Top 5 der besten ESP-Systeme aufgestellt.

Julia

03.10.2021

Inspiration

Was genau ist ein ESP?

ESP-Systeme sind sog. Email-Dienstleister, über die der Newsletter-Versand erfolgt. Sie erlauben außerdem das Aufsetzen von Automatisierungen, dienen zur Kontaktsammlung- und Pflege, ermöglichen Analysen und Reportings von Email Marketing Maßnahmen und und und. Sie sind besonders hilfreich, um die meisten Email Marketing Prozesse zu automatisieren. Der Markt ist allerdings riesig und die Anbieter entwickeln ihre Tools ständig weiter. Die Auswahl des richtigen ESP stellt viele Unternehmen deshalb vor eine große Herausforderung. 

Grundsätzlich lassen sich die verschiedenen ESP-Systeme in zwei Kategorien unterteilen. Auf der einen Seite gibt es die großen Player, wie Salesforce, Microsoft Dynamics oder SAP mit Emarsys. Diese bieten umfassende Funktionen, brauchen aber auch viel Manpower und Know How, um sie optimal nutzen zu können. Auch der Preis ist hier entsprechend höher. Deshalb eignen sich ESP-Lösungen dieser Art in der Regel vor allem für größere Unternehmen.

Daneben gibt es eine Reihe weiterer ESP, die sich besonders für kleine und mittelgroße Unternehmen eignen. Dazu gehören zum Beispiel Klaviyo, CleverReach, Sendinblue, und Omnisend. Aber auch Mailchimp, Drip, Apsis, GetResponse oder ActiveCampaign fallen in diese Kategorie.

Top 5: Unsere Auswahl der besten ESP-Systeme

Als Email Marketing Agentur betreuen wir viele verschiedene Kunden und nutzen dafür unterschiedlichste Tools. Bevor wir zu einem ESP raten, schauen wir vorab immer individuell, was die Bedürfnisse und Voraussetzungen der jeweiligen Unternehmen sind. Auf Basis unserer täglichen Arbeit mit den verschiedenen ESP-Systemen ist dieser Vergleich entstanden, der dir als Einstiegshilfe und zur Orientierung im ESP-Dschungel dienen und dabei helfen soll, um bei der Auswahl eines geeigneten ESP die richtige Entscheidung zu treffen. 

Folgende Kriterien haben wir für unsere Einschätzung herangezogen:

Funktionen: Welche Funktionen bietet das jeweilige ESP? Handelt es sich um eine All-In-One Lösung oder um ein Tool zum reinen Newsletter-Versand? 

Preis: Mit welchen Kosten ist für das ESP zu rechnen?

Vor- und Nachteile: Was sind die Stärken und Schwächen, zum Beispiel hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit, des Server-Standortes oder in Bezug auf den Support?

Herausgekommen ist unsere Auswahl der Top 5 ESP-Systeme. Im Folgenden stellen wir die einzelnen Tools genauer vor!

1. Klaviyo

2012 gegründet, gehört das US-amerikanische Marketing-Automation-Tool Klaviyo definitiv zu den jüngeren Tools unter den ESP-Anbietern. Klaviyo hat einen besonders starken Fokus auf Ecommerce und wird teilweise als “Email Marketing Wunderwaffe” im Ecommerce betitelt. Es bietet eine Vielzahl an Integrationen und ist mit den gängigen Shop-Systemen, wie Shopify, Woo Commerce und Magento gut kompatibel. Klaviyo agiert überwiegend (noch) auf dem US-amerikanischen Markt sowie sowie in Großbritannien, Kanada und Australien. Aber auch in Europa ist das Tool stark auf dem Vormarsch. Ein großer Pluspunkt: Klaviyo bietet mittlerweile umfangreiches Info-Material, wie Anleitungen zu Tool-Funktionen, aber auch Nützliches rund um Email Marketing und eCRM im Allgemeinen – allerdings auf Englisch. Klaviyo entwickelt sich schnell weiter und es kommen stets neue Features hinzu. Das Tool bietet zum Beispiel auch SMS Marketing an (momentan aber nur in den USA, GB, Kanada und Australien). Klaviyo zählt unter anderem Grind, Brooklinen, Chubbies, Snocks und Giesswein zu seinen Kunden. Von uns werden z.B. Just Spices, Brooklyn Soap oder NKM mit Klaviyo betreut.

 

Klaviyo Website

Funktionen

Klaviyo umfasst alle “typischen” ESP-Funktionen, wie die Erstellung von Emails per Drag & Drop, den Newsletter-Versand, Listenmanagement, A/B-Testing, Analyse und Reporting, mehrstufige Email Automations (bei Klaviyo “Flows” genannt) und umfangreiche Segmentierung. Darüber hinaus ist es mit Klaviyo möglich, Signup Forms und Popups zu erstellen. Im Vergleich zu anderen ESP-Systemen lässt sich hiermit schon relativ viel umsetzen. Für kleinere Unternehmen, die gerade erst mit Lead Generierung starten, ist der Popup-Editor ausreichend, sodass nicht zwangsweise ein weiteres externes Tool benötigt wird. 

Kosten

Wer weniger als 250 Kontakte hat, kann Klaviyo kostenlos nutzen (max. 500 Emails) – allerdings mit Klaviyo-Branding in den Emails. Andernfalls berechnet sich der Preis nach der Anzahl der (aktiven) Kontakte. Eine genaue Berechnung kannst du hier vornehmen.

Hier eine kleine Übersicht:

1.000 Kontakte: Ca. 26 € pro Monat.

10.000 Kontakte: Ca. 130 € pro Monat.

100.000 Kontakte: Ca. 1.025 € pro Monat.

Bei einem kleinen Verteiler ist Klaviyo also durchaus günstig. Bei einer großen Liste und einem schnellen Listenwachstum kann sich aber der Preis relativ schnell erhöhen. Das sollte man auf jeden Fall vor der Auswahl im Kopf behalten. Das Gute: Klaviyo ist monatlich kündbar.

 

Preisliste Klaviyo

 

Vorteile

Klaviyo ist besonders stark, was das Datenmanagement angeht, sprich die Sammlung von Shop-Daten und darauf basierend die Erstellung von Profilen und deren Nutzung für den Newsletter-Versand. Von Websitebehaviour über Email Engagement bis hin zu Kaufdaten – fast alle Daten der Kund:innen können direkt in Klaviyo abgerufen werden. Dadurch lassen sich Empfänger:innen optimal segmentieren und entsprechende Flows anlegen. Auch Bewertungen, NPS-Abfragen sowie Personalisierungen und dynamische Inhalte lassen sich integrieren und ausspielen. Darüber hinaus ist Klaviyo recht weit, was Predictive Analytics angeht. Es lassen sich Werte wie der Customer Lifetime Value (CLV) errechnen, der Average Order Value (AOV) und auch das Churn Risiko (die Wahrscheinlichkeit, dass jemand nicht erneut kauft). Darüber hinaus errechnet Klaviyo ein individuelles “Expected Date of Next Order” für jeden Kunden – also das Datum, an dem die nächste Bestellung erwartet wird. Dieses Datum basiert auf Lookalikes (gesamter Account) sowie auf dem bisherigen Kaufverhalten einzelner Kund:innen. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass Kund:innen z.B. genau dann angeschrieben werden können, wenn sie am wahrscheinlichsten erneut etwas bestellen, was das Email Marketing relevanter und personalisierter – und damit erfolgreicher – macht. Eine weitere spannende Möglichkeit bietet die Integration von Facebook. Denn die oben erwähnten Kundensegmente können dynamisch mit Facebook Custom Audiences synchronisiert werden. Darüber hinaus sind auch das gute Listenmanagement und die vielfältigen Möglichkeiten bei der Bildung von Segmenten mittels Klaviyo hervorzuheben.

Nachteile

Vielen deutschen Unternehmen ist es ein Dorn im Auge, dass die Server von Klaviyo sich nicht in Europa befinden. Gerade vor dem Hintergrund des Themas DSGVO sehen einige die vielfältigen Möglichkeiten von Klaviyo skeptisch. Unserer Erfahrung nach ist außerdem das Management von mehreren Domains unter einem Dach, z.B. bei verschiedenen Shops in unterschiedlichen Ländern, von einem Main-Account nicht so einfach. Denn: Für jeden Shop/jedes Land muss bei unterschiedlicher Domain ein eigener Klaviyo-Account erstellt werden. Es gibt keinen deutschen Support, dafür aber einen Live-Chat, der in der Regel gut zu erreichen ist und meistens eine schnelle Lösung hat. Ab einer gewissen Account-Größe gibt es zudem feste Ansprechpartner, wodurch sich vor allem komplexere Probleme besser lösen lassen.

 

Klaviyo Vorteile/Nachteile

 

Geeignet für

Klaviyo ist vor allem für Ecommerce Brands zu empfehlen, die erfolgreich mit Email Marketing durchstarten und basierend auf Daten relevante und personalisierte Emails verschicken wollen. Das Tool ist sowohl für Einsteiger als auch für Email-Kenner geeignet und vor allem für kleine und mittelgroße Unternehmen eine gute Wahl. Klaviyo bietet viele Funktionen und Möglichkeiten und ist dadurch relativ umfangreich. Das bedeutet, dass eine gewissen Einarbeitungszeit benötigt wird, um das Tool wirklich optimal nutzen zu können und das Beste aus dem Email Marketing via Klaviyo rauszuholen.

2. Sendinblue

Sendinblue wurde ebenfalls 2012 gegründet, fungierte allerdings bis 2020 in Deutschland unter dem Namen Newsletter2Go. Das Unternehmen wurde vom Anbieter Sendinblue übernommen und die beiden Newsletter-Tools in der Marke Sendinblue vereint. Laut eigener Aussage zählt das Unternehmen weltweit über 80.000 Kunden – darunter Louis Vuitton, Michelin, Haribo, Tissot, Fujitsu, Greenpeace und andere. Sendinblue positioniert sich vor allem als europäische Alternative zu Mailchimp, mit Serverstandort in Deutschland, für kleinere bis mittelgroße Unternehmen.

 

Sendinblue Website

 

Funktionen

Sendinblue bietet alle essentiellen Standard-Features, die von einem soliden ESP erwartet werden. Dazu gehören ein recht guter Drag & Drop Editor mit vielen Vorlagen, Möglichkeiten für A/B-Tests, CRM-Integrationen und Automatisierungen sowie Analytics und Reporting. Neben Email Marketing-Funktionen bietet Sendinblue auch Möglichkeiten für SMS-Marketing in Deutschland und Chatfunktionen. Sogar Facebook-Ads lassen sich aus dem Tool heraus schalten. Auch Landingpages können mit Sendinblue erstellt werden.

Kosten

Bei Sendinblue bezahlt man, anders als bei den meisten ESP-Anbietern, nicht für die Anzahl der Kontakte, sondern für die Anzahl verschickter Mails. Das kann sich lohnen, wenn man etwa viele Kontakte hat, aber nur sehr unregelmäßig Emails verschickt. Es gibt auch eine kostenlose Variante mit bis zu 300 gratis Email-Sendungen pro Tag. Da es keine Begrenzung der Kontakte gibt, könntest du also beispielsweise 300.000 Abonnenten auf deiner Liste haben und den kostenlosen Tarif nutzen – solange du nur 300 Mails pro Tag verschickst. In den meisten Fällen wäre das aber eher unpraktikabel.

Neben der kostenlosen Basisversion gibt es drei kostenpflichtige Pakete mit jeweils wachsendem Funktionsumfang. Der günstigste Bezahltarif heißt “Lite” und startet bei 19 € pro Monat für 10.000 Emails. Hier gilt es allerdings zu beachten, dass die Newsletter ein kleines Anbieterlogo enthalten; es sein denn, du bezahlst 9 € extra im Monat.

Der Premium-Tarif startet bei 49€ für 20.000 Emails. Je höher das Versand-Volumen, desto höher der Preis. Deinen individuellen Tarif kannst du hier berechnen.

 

Preisliste Sendinblue

 

Vorteile

Hervorzuheben ist die hohe Benutzerfreundlichkeit und der große Funktionsumfang von Sendinblue. Mit dem Tool kann fast die gesamte digitale Kommunikation unter einem Dach gesteuert werden: von Emails, über SMS, Anmelde-Formulare, Landingpages und Facebook Ads. Auch Integrationen zu den gängigsten Shops, wie Shopify, WooCommerce, WordPress, BigCommerce und Magento sind vorhanden. Der Preis ist für den Umfang an Leistungen ziemlich attraktiv. Hinzu kommt, dass die Server sich in Deutschland befindet, wodurch eine DSGVO-Konformität garantiert wird. Auch ein deutscher Support wird angeboten. 

Nachteile

Da der Fokus nicht nur auf Email Marketing liegt, sind die Funktionen in diesem Bereich zwar ausreichend, aber nicht herausragend. Im Vergleich zu Klaviyo etwa hinkt Sendinblue hinterher was Daten und umfangreiche Nutzerprofile angeht, wodurch eine Personalisierung erschwert wird. Der Email-Builder ist außerdem relativ eingeschränkt. Viele notwendige Funktionen gibt es zudem erst bei Nutzung des Premium Tarifs oder der Enterprise-Variante. Weiteres Manko: Es gibt zwar einen deutschen Support, allerdings ist dieser nur sehr schlecht zu erreichen. Ad-hoc-Lösungen gibt es nicht  – Anfragen sind nur per Mail möglich, mit 24-48 Stunden Antwortzeit.

 

Sendinblue Vorteile/Nachteile

 

Geeignet für

Wer auf der Suche nach einer günstigen und umfangreichen All-In-One Lösung ist, für den kann Sendinblue genau das richtige Tool sein. Auch wenn deutscher Support gewünscht wird und es wichtig ist, dass die Server in Deutschland sind, bietet sich Sendinblue an. Das Tool ist ausreichend für alle, die eine einfache aber effektive Lösung für Email Marketing (und mehr) suchen und sich auf die Basics konzentrieren möchten. Wer jedoch mehrstufige komplizierte Automatisierungen benötigt, tiefgreifend segmentieren, personalisieren und schnell skalieren möchte, der stößt mit Sendinblue leicht an seine Grenzen. Man sollte außerdem gut durchrechnen, welcher Tarif am besten passt und ob es sich lohnt. Vor allem für Unternehmen mit vielen Kontakten, die nur selten verschicken, kann Sendinblue interessant sein.

3. CleverReach

CleverReach® wurde 2007 in Deutschland gegründet und gilt als eine der wenigen deutschen Newsletter-Tools mit einer vernünftigen Möglichkeit für die Umsetzung von Automations (in CleverReach THEA genannt). CleverReach ist vor allem bekannt für die Erfüllung von höchsten Datenschutz-Standards, die noch über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehen. Referenzkunden sind unter anderem Spotify, Carglass, Kununu, bugatti, Amnesty International, DHL und REWE.

 

CleverReach Website

 

Funktionen

CleverReach ist eher als reines Newsletter-Tool (kein CRM-System) zu sehen und deckt hier die gängigsten Funktionen ab, wie die Erstellung von Emails im Drag & Drop Editor, Aufsetzen von Automatisierungen, Listenmanagement, Segmentierung, A/B-Testing und Reportings. Außerdem gibt es Schnittstellen für alle relevanten Ecommerce-, CRM- und CMS-Systeme sowie diverse Analyse-Tools. Auch eine Google-Analytics-Integration ist möglich. Das Tool ist DSGVO-konform, hat seine Server in Deutschland und zeichnet sich zudem durch eine hohe Zustellbarkeit an die Empfänger:innen aus. 

Kosten

Es gibt einen Gratis-Tarif, der es ermöglicht bis zu 1.000 Mails an 250 Abonnent:innen zu versenden – allerdings nicht werbefrei und auch sonst sind die Möglichkeiten begrenzt. Enthalten ist hier etwa nur eine Email Marketing Automation. Dafür gibt es aber bereits persönlichen Support. Darüber hinaus gibt es auch Flatrate- und High-Volume Tarife sowie eine Premium-Support Option für garantierte Antworten innerhalb von 24 Stunden.

Die verschiedenen Monatstarife richten sich je nach Größe der Empfängerliste. Bei einer Liste mit 100.000 Empfänger:innen kostet das Tool z.B. 750 € im Monat, bei 150.000 Empfänger:innen schon 1050 € im Monat. Deinen Tarif kannst du hier berechnen.

 

CleverReach Preisliste

 

Vorteile

CleverReach ist recht klar strukturiert und übersichtlich gestaltet, was eine einfache Handhabung ermöglicht. Daher ist das Tool auch für Einsteiger:innen leicht zu bedienen und eignet sich, um den Email Marketing Kanal möglichst schnell an den Start zu bringen.

Man findet sich gut in der Benutzeroberfläche zurecht und kann den Account ohne großartige Vorkenntnisse aufsetzen und bedienen. Darüber hinaus sind viele Integrationen vorhanden, was eine gute Einbindung in andere Systeme ermöglicht. CleverReach hat zudem einen starken Fokus auf den Datenschutz, was definitiv als wichtiger Vorteil zu nennen ist. 

Nachteile

Im Gegensatz zu anderen vergleichbaren ESP-Systemen, wie etwa Klaviyo, Omnisend oder Sendinblue, bietet CleverReach die geringsten Möglichkeiten und ist dafür relativ teuer. So gibt es etwa bei den Formularen kaum Gestaltungsmöglichkeiten. Popups und Landingpages lassen sich gar nicht erstellen und auch SMS Marketing ist nicht möglich. Das Listenmanagement ist nicht optimal und die Segmentierung geht nicht über die Basics hinaus. So ist es zum Beispiel nicht möglich, beim Versand mehrere Segmente gleichzeitig auszuwählen und an diese zu schicken und auch ein Exkludieren von Segmenten kann nicht vorgenommen werden. Auch sind die Automation-Möglichkeiten nicht so stark wie bei anderen Anbietern. Das Thema Daten und die Nutzung zur Anreicherung von User-Profilen spielt eine untergeordnete Rolle in CleverReach und Predictive Analytics sucht man hier vergeblich. Ein Einsatz von CleverReach als CRM-Tool ist daher eher nicht zu empfehlen. Darüber hinaus haben wir eher negative Erfahrungen mit dem Support gemacht. Dieser antwortet teilweise gar nicht oder nur unzureichend und selbst bei sehr wichtigen Themen wartet man vergeblich auf eine schnelle Lösung.

 

CleverReach Vorteile/Nachteile

 

Geeignet für

Vor allem für kleine bis mittlere Unternehmen, die ein reines Newsletterversand-Tool suchen, kann CleverReach ausreichend sein und auch Email-Einsteiger:innen sind mit CleverReach wahrscheinlich gut bedient. Im Bereich Newsletter deckt das Tool die gängigsten Funktionen ab und auch Standard-Automatisierungen lassen sich umsetzen. Auch wer ein deutsches Tool mit deutschem Support sucht sowie mit Servern in Deutschland und hohen Wert auf Datenschutz und DSGVO-Konformität legt, ist bei CleverReach ebenfalls gut aufgehoben.

Eher nicht geeignet ist CleverReach, wenn eine All-In-One Lösung mit umfangreichen Möglichkeiten gesucht wird und auch wer datengetriebenes Email Marketing betreiben will, ist mit einem anderen Tool, wie z.B. Klaviyo, besser dran. Auch wenn es bei Segmentierung und Automatisierungen komplizierter wird, sollte eher ein anderes Tool in Betracht gezogen werden. Darüber hinaus ist CleverReach nicht das günstigstes Tool.

5. Emarsys

Emarsys wurde 2000 in Österreich gegründet und startete als reines Email Marketing Tool. Inzwischen ist es aber deutlich mehr als das: Emarsys ist einer der führenden Anbieter für Marketing-Automatisierung. Die cloudbasierte Omnichannel-Marketingplattform ermöglicht Unternehmen die Kommunikation über eine Vielzahl von Kanälen unter einem Dach und erlaubt die Realisierung von personalisierten Erlebnisse zu ihren Kund:innen. Im November 2020 wurde Emarsys von SAP übernommen. Zu den Kunden von Emarsys gehören unter anderem Brands wie Nike, Puma, Babbel, Lancaster, C&A und Gerry Weber. Emarsys ist ein stark datengetriebenes Tool und richtet sich neben Ecommerce Brands auch an Unternehmen aus anderen verschiedenen Bereichen, wie etwas der Hotel- und Reisebranche, und bietet unterschiedliche Lösungen.

 

Emarsys Website

 

Funktionen

Emarsys bietet im Email Marketing Bereich alles, was man benötigt: einen Drag & Drop Editor – inkl. dynamischer Elemente und Echtzeit-Countdowns, eine Vielzahl an Automatisierungen, Popups und Signup Forms, A/B-Testing, Listenmanagement, Segmentierung und und und.

Darüber hinaus bietet Emarsys integrierte Loyalty Programme und hat die Möglichkeit, Predictive Analytics zu nutzen. Mit Emarsys hat man alle wichtige Kundendaten an einem zentralen Ort, von dem man die Kommunikation mit relevanten und personalisierten Inhalten steuern kann. Optimal für die Umsetzung einer ganzheitlichen Email Marketing und CRM Strategie!

Kosten

Es gibt keine kostenlose Version zur Nutzung von Emarsys. Eine Preisübersicht gibt es nicht, es wird ein individuelles Angebot erstellt. Preise auf Anfrage gibt es hier.

Aufgrund des umfangreichen Leistungsangebotes ist Emarsys von den hier vorgestellten Anbietern aber das teuerste Tool.

Vorteile

Mit Emarsys lässt sich sich so ziemlich alles im Bereich Email Marketing realisieren, was das Herz begehrt. Das Tool bietet äußerst umfangreiche Möglichkeiten und wird ständig weiterentwickelt. Neben einer Vielzahl an Optionen bei Automatisierungen ist auch die Nutzung von Predictive Analytics möglich. Generell ist Emarsys stark datengetrieben, wodurch es nicht nur als Newsletter-Tool, sondern als CRM-Plattform genutzt werden kann. Dadurch werden alle relevanten Kundendaten an einem zentralen Ort gesammelt und können ideal genutzt werden für die Email Marketing und CRM-Strategie. Besonders stark von Emarsys im Vergleich zu unseren anderen vorgestellten Tools sind die Crosschannel Marketing Möglichkeiten, sodass z.B. eine Email Marketing Aktion mit Print-Werbung im Anschluss kombiniert werden kann oder mit SMS Marketing verknüpft wird. Auch die integrierten Loyalty-Funktionen gibt es so bei den anderen Anbietern nicht. 

Nachteile

Aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten ist Emarsys recht betreuungsintensiv und es müssen genügend Mitarbeiter sowie ein gewisses Know How vorhanden sein, um das Tool bedienen und sein volles Potential ausschöpfen zu können. Auch die Implementierung erfordert je nach IT-Struktur deines Unternehmens relativ viel Aufwand und es ist zu empfehlen, die Aufsetzung von einem Experten vornehmen zu lassen, da es sonst im Nachhinein viele Probleme in der Nutzung geben kann, sollte das Tool nicht korrekt aufgesetzt sein. Die Komplexität des Tools führt dazu, dass man häufig auf den Emarsys-Support angewiesen ist und ohne dessen Hilfe allein nicht weiter kommt. Dadurch verzögern sich Projekte leicht und bei speziellen Anfragen kann es etwas dauern, den richtigen Ansprechpartner zu erwischen. Außerdem muss man viele Add-Ons des Tools extra dazu buchen, was den Preis schnell in die Höhe treibt – oder man muss auf diverse Optionen verzichten. Aufgrund des hohen Preises ist Emarsys aus unserer Sicht erst ab einer gewissen Größe interessant und leider gibt es keine kostenfreie Testversion.

 

Emarsys Vorteile/Nachteile

 

Geeignet für

Emarsys ist ein ESP, welches vor allem für große Unternehmen interessant erscheint. Durch die datengetriebenen Features ermöglicht Emarsys eine gute Kundenanalyse und ein zielgerichtetes Reporting. Allerdings setzt der große Umfang voraus, dass intern genügend Ressourcen und das notwendige Know How zur Verfügung stehen, um das volle Potential des Tools optimal zu nutzen. Aber auch wer genügend Budget hat, um die Betreuung von Emarsys einer professionellen Agentur übernehmen zu lassen, ist mit dem Tool gut beraten. Allerdings wird für viele Umsetzungen externer Support oder Support von Emarsys selbst benötigt. Da dieser in der Regel recht ausgelastet ist, sollte auf jeden Fall genügend Zeit eingeplant werden. Wer häufig ad-hoc Email-Projekte umsetzen möchte und sich selbst ab und an mit “quick and dirty” Workarounds behilft, für den ist Emarsys eher nicht das richtige Tool. Auch wer nur gelegentlich einen Newsletter verschickt, sollte eher zu einem der anderen Tools greifen, da Emarsys in diesem Fall zu mächtig und überdimensioniert ist.

Fazit

Der Markt für ESP-Systeme ist unglaublich spannend! Die Auswahl des richtigen Tools kann jedoch schnell überfordernd erscheinen und zu einer schwierigen Aufgabe werden. Jeder ESP hat seine Stärken und Schwächen und unterschiedliche Schwerpunkte und Fokusbereiche. Wichtig ist deshalb vor allem, sich vor der Auswahl darüber im Klaren zu sein, wonach man bei einem ESP suchen sollte und was einem selbst besonders wichtig ist. Welche Leistungen soll es erbringen können und welcher Fokus ist für dein Unternehmen vorrangig? Die Wahl des richtigen ESP ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehört die Größe deines Unternehmens, das verfügbare Budget, die Größe der Email-Liste, das Versand-Volumen, vorhandenen Ressourcen und verfügbares Know How. Aber auch Branche, technische Anbindungen und viele weitere Faktoren müssen berücksichtigt werden. Dementsprechend gibt es auch keine allgemeingültige Empfehlung und keine “One-Fits-All”-Lösung. Unsere Top 5 – Klaviyo, Sendinblue, CleverReach, Omnisend und Emarsys –  decken auf jeden Fall die wesentlichen Funktionen in den Bereichen Newsletter-Versand und Automatisierungen ab und haben darüber hinaus unterschiedliche Schwerpunkte. Es gilt deshalb abzuwägen, welche Eigenschaften dir bei einem ESP besonders wichtig sind und auf welche Funktionen du ggf. verzichten kannst. Ein Tool kann für eine Marke super gut funktionieren, für eine andere Marke hingegen überhaupt nicht – und umgekehrt. Wir hoffen, dass dir unser Tool-Vergleich eine kleine Hilfestellung ist. Solltest du mehr Support bei der Auswahl oder beim Umzug deines ESP-Systems benötigen, sprich uns gerne an!