So war OMR 2022 für and:revenue

Header OMR 2022 Recap

Wow, was für ein Event! Nach zweijähriger Corona-Pause war es am 17. und 18. Mai endlich wieder soweit: OMR Festival in Hamburg. Und, was sollen wir sagen?! Wir sind immer noch ganz überwältigt von den unzähligen Eindrücken. FOMO is real! Mehr als 70.000 Besucher:innen, über 500 Aussteller, über 700 Speaker, Masterclasses, Konzerte mit Marteria, Sido, Kraftklub, Rin, Auftritte von Ashton Kutcher und Quentin Tarantino. Also: absoluter Wahnsinn! 

Julia

20.05.2022

News & Inspiration

Big, bigger, OMR 2022

Auch unser ganzes Team war vor Ort. Wir haben gleich drei unserer Kunden in Masterclasses und auf der Bühne bewundert (Coralie Grau von JOKOLADE, Mareike Peters von NKM Naturkosmetik und Robert Dahl von Karl’s Erdbeerhof), mit Ausstellern, Partnern und Kunden offline gesprochen – und natürlich nach Trends und Inspiration für Email Marketing und CRM geschaut. Obwohl der Overload an Menschen, Reizen, langen Wegen nicht gerade sein Bestes dazugetan hat, wollen wir hier den Versuch eines persönlichen Recaps vom OMR 2022 wagen.

Das haben wir mitgenommen vom OMR 2022

#1: Guter Content garantiert Kundenbindung

Einen Talk, den wir uns als Email-Expert:innen natürlich nicht haben entgehen lassen, war der mit The Hustle Gründer Sam Parr. Seinen textlastigen, Content-lastigen Business-Newsletter “The Hustle” abonnieren nach eigenen Angaben über 1,5 Millionen Menschen weltweit. Zusätzlich konnte Parr mit Trends ein Paid-Content-Modell etablieren und im letzten Jahr sein Unternehmen an den CRM-Riesen Hubspot verkaufen.

Parr sieht die Vorteile seines Newsletters vor allem hier: während anders als Blog-Besucher:innen, die vielleicht einen Beitrag lesen und dann nie wieder auf die Seite zurückkehren, können Newsletter-Abonnent:innen immer und immer wieder mit Content bespielt werden. Wenn es gut läuft, binden sie sich langfristig an die Brand. Parr meint allerdings, dass viele Unternehmen den Email Kanal (noch) nicht optimal nutzen. Aktuell würden die meisten vergleichbaren Newsletter zum Klick AUS der Email anregen. Das Ziel müsse aber eher sein, die Aufmerksamkeit von Abonnent:innen IM Newsletter zu gewinnen und zu belassen. Parrs Begründung: Wer Newsletter verschicke, die begeistern, sorge automatisch dafür, Brand Love zu erzeugen. Und wenn Leute anfingen, deine Brand zu lieben, würden sie automatisch bei dir kaufen – auch wenn nicht ständig Produkte im Newsletter beworben würden.

The Hustle Gründer Sam Parr

Inspiration für guten Content findet Parr auf Reddit. Vor allem der Kommentar-Bereich sei besonders spannend, um herauszufinden, worüber User sprechen und was sie bewegt. Um außerdem möglichst viel Traffic zu generieren und letztlich den Traffic zu Subscribern zu konvertieren, könne der entstandene Content ebenfalls geschickt im Reddit-Kommentar-Bereich gepostet werden. Definitiv keine Rocket Science, aber trotzdem eine smarte Idee!

Wobei wir auch schon beim nächsten Punkt sind: der Bedeutung von guter Sprache. Laut Parr machen viele Unternehmen den Fehler, Abonnent:innen unpersönlich und formell anzusprechen. Sein Tipp: Schreibe am besten so, wie du auch mit einem Freund sprechen würdest. Die Ansprache müsse authentisch sein und Fachjargon sowie Corporate Language möglichst vermieden werden. Außerdem: Um Aufmerksamkeit zu erzeugen, sei auch ein bisschen Clickbaiting in der Betreffzeile erlaubt.

Natürlich sind das alles keine Top Secrets; trotzdem schön, dass auch ein richtiger Pro auf diese Ratschläge Wert legt . Neben diesen Vorschlägen hat Parr auch drei Trends für die Zukunft des Email Marketings festgehalten:

  1. In den nächsten 5-10 Jahren werden wir mehr Paid Modelle im Bereich Newsletter sehen.
  2. Email Clients wie Gmail und Co. werden sich stark weiterentwickeln, sodass es z.B. möglich sein wird, Käufe direkt in der Email zu tätigen.
  3. Newsletter werden weniger Text- und Bilder-lastig sein, stattdessen werden vor allem Live Videos in Emails eingebunden und direkt in der Email abrufbar sein.

 

#2: Storytelling als Erfolgsfaktor

Geschichten sind fast so alt wie die Menschheit selbst… Und dass sie ein beliebtes Instrument im Marketing sind, ist auch klar. Der Vortrag von Paul Ripke – Fotograf, Podcaster, Content Creator und Top Storyteller – als Markenbotschafter von IWC Schaffhausen hat uns trotzdem sehr inspiriert und dazu angeregt, dem Thema Storytelling auch im Newsletter-Bereich (noch) mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Storytelling macht Texte anschaulicher, erzeugt Aufmerksamkeit und mehr Emotionen. Eine Geschichte kann einen wesentlichen Unterschied machen und einen mittelmäßigen von einem großartigen Newsletter unterscheiden. Statt also einfach Topseller oder Features eines neuen Produktes aufzulisten oder Links zu den letzten Blog-Beiträgen zu verschicken, kann der Inhalt geschickt in eine Geschichte verpackt werden: Welches Problem löst das Produkt? In welchen Situationen wird es gebraucht? Das hilft Abonnent:innen, einen persönlichen Bezug herzustellen. 

Paul Ripke OMR 2022

#3: Customer Experience is key

Mit einer gewagten These startet Christina Schehl, Head of frog Germany, in ihren Auftritt beim OMR Festival: Das Marketing von heute sei tot. Von Consumer Data über MarTech, Real-time CX, Sustainability, Purpose und neuen Business Modellen – die (neue) Marketing-Welt sei komplex und erfordere nicht nur neue Skills, sondern auch eine klare Prioritätensetzung. Hinzu kämen ständig wachsende Kundenerwartungen und die Herausforderung, trotz allgegenwärtiger Sinnes- und Reizüberflutung die Kunden zu erreichen, zu begeistern und zu aktivieren. Das aktuelle Marketing müsse sich daran anpassen und sich weiterentwickeln. 

Christina Schehl frog germany

Aber worauf sollten sich Marketeers laut Schehl künftig fokussieren? Ganz klar: auf die Customer Experience, also das Kundenerlebnis, das noch stärker als momentan im Zentrum stehen solle. Sie sei ausschlaggebendes Kriterium bei der Kaufentscheidung und damit ganz klar der Wachstumstreiber. Marketer sollten sich deshalb die Frage stellen, wie sie mit konkreten Maßnahmen die Customer Experience verbessern könnten. Da sich das Kundenerlebnis aus allen Touchpoints einer Marke oder eines Unternehmens zusammensetzt, spielt es natürlich auch für uns im Email Marketing eine erhebliche Rolle. 

 

#4: Das Potential von Transaktionsemails nutzen

Philipp Westermeyer, Co-Founder von OMR, wagte in “State of the German Internet” den großen Abriss übern aktuelle Trends, Zahlen und Cases aus der Digitalwirtschaft. Was ist in und was out? 

Für Westermeyer ist grundlegende Tatsache, dass Performance Marketing, so wie es bis jetzt betrieben wurde, immer schwieriger wird. Deshalb gelte es, Wege zu finden, die Aufmerksamkeit (potentieller) Kund:innen zu gewinnen. Ein Trend, den der OMR-Gründer hervorhebt und der auch für uns im Email Marketing und der Lead Generierung eine große Rolle spielt, ist Gamification. Das lege auch ein Ranking der Top Onlinestores nach Download nahe: Amazon schaffe es darin “nur” auf Platz 4. Die ersten drei Plätze belegten Stores aus Südostasien, China und Indien – die eigentlich keine richtigen Stores sind, sondern Games mit angeschlossenem Store. Durch ihre Spiele – ähnlich Candy Crush oder Farmville – könnten sich User z.B. Rabatte auf Produkte verschaffen. Das zeige: Gamification funktioniere und werde immer beliebter, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Auch eine gewisse Stickyness könne leichter herbeigeführt werden– also User durch Spiele zur  längeren Verweildauer bewegt werden. 

Und dann hat Philipp Westermeyer noch einen super spannenden Fakt fürs Email Marketing verbreitet: Unter seinen “4 Marketing Quick Wins” hat er die Transaktionsmail aufgelistet. Während “normale” Newsletter und Marketing-Emails eine durchschnittliche Open Rate von ca. 14 % erzielen, liegt die Open Rate von transaktionalen Mails, also Bestellbestätigung etc., bei ca. 80 %! Heißt also: Fast jeder öffnet und liest diese Emails. Das Aufmerksamkeits-Potential kann also leicht genutzt werden. Z.B. wie es Amazon macht: In die Kaufbestätigung werden immer Produkt-Vorschläge in Form von “Diese Produkte kauften andere” mit reingepackt.

Westermeyer OMR 2022