Unsere Top 6 Email Marketing Trends 2022

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Das Email Marketing erlebt eine spannende Zeit! Eigentlich ist es zwar eher ein “alter Hase” unter den Online Marketing Kanälen, doch es gewinnt auch in diesem Jahr weiter an Bedeutung. Die Daten zeigen: Email Marketing ist wichtiger denn je und sollte von Unternehmen im Marketing Mix priorisiert werden. Aber welche Topics sollten 2022 für den Email-Kanal ganz oben stehen? Genau das verraten wir dir in diesem Artikel!

Julia

27.01.2022

News & Inspiration

Email Marketing − starkes Wachstum für 2022 erwartet

Der Email Marketing Markt wurde im Jahr 2020 auf 7,5 Mrd. US-Dollar geschätzt und bis 2027 wird ein Wachstum auf 17,9 Mrd. US-Dollar erwartet. Auch eine Analyse von Litmus verdeutlicht die enorme Relevanz von Email Marketing: Mehr als 90 % der befragten Unternehmen sind der Meinung, dass Email Marketing entscheidend für ihren eigenen Erfolg ist. Aus dem Bericht geht außerdem hervor, dass 41 % den Email-Kanal als sehr wichtig einstufen – ein Anstieg von fast 30 % im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie. Kein Wunder also, dass 37 % der Unternehmen planen, ihre Investitionen ins Email Marketing 2022 zu erhöhen. 

Um mithilfe von Email Marketing einen möglichst hohen Return-On-Invest (ROI) zu erzielen und weiter zu wachsen, ist aber unbedingt wichtig, eine zeitgemäße Strategie zu verfolgen. Welche Email-Topics – also Designfragen, aber auch technische und rechtliche Herausforderungen – dafür dieses Jahr zu beachten sind und Unternehmen auf dem Schirm haben sollten? Unser Team hat gesammelt und zeigt wohin die Reise geht: 

Das sind unsere 6 Top Email-Trends 2022

 

1. Alternative Kennzahlen zur Erfolgsmessung 

Das iOS 15 Update von Apple hat schon im vergangenen Jahr viele von uns Email Marketern beschäftigt. Denn: Durch die sog. “Mail Privacy Protection”- Funktion haben User von iOS 15 die Möglichkeit das Tracking der Email-Opens zu unterbinden, den Standort sowie Informationen zum Gerätetyp zu verbergen. Eine Konsequenz davon: Die bisher sehr wichtige KPI der Open Rate verliert zunehmend an Bedeutung, da zugestellte Emails an Apple-Mail App Usern mit iOS 15 automatisch als geöffnet getrackt werden. Ausführlich behandelt haben wir das Thema bereits z.B. im Interview und wir haben ein erstes Fazit Ende 2021 gezogen.

iOS 15 Update Apple

Auch wenn die Veränderungen durch iOS 15 bislang weniger disruptiv waren als vermutet, sind wir uns sicher: Die Auswirkungen des Updates begleiten uns auch 2022 und es wird einen Trend hin zu einer Umstellung auf alternative Kennzahlen geben, wie z.B. auf die Click Rate, um Performance und Erfolg von Kampagnen und Co. zu messen. Das wird auch die Email-Gestaltung beeinflussen und den Fokus mehr auf Clicks statt zum Beispiel Opens legen. Und dafür braucht es kreativeren Content, innovativeres Design, optimierte Templates und mehr Personalisierung. Wir können also gespannt sein, ob das Email Marketing 2022 ein neues Level erreichen wird. Es bleibt außerdem abzuwarten, ob dieses Jahr auch andere große Clients dem Vorbild Apples folgen und das Thema Datenschutz mehr in den Mittelpunkt stellen. Womit wir auch direkt beim nächsten Thema wären:

2. Stärkeres Datenschutzbewusstsein

Durch neue Gesetze und Vorschriften, technologische Entwicklungen und Anpassungen durch Dritte wie Google nimmt das Thema Datenschutz seit geraumer Zeit einen zentralen Platz im Marketing von Unternehmen ein − und damit natürlich auch im Email Marketing. Wie also dürfen im Jahr 2022 weiterhin Daten von Kund:innen gesammelt und genutzt werden? Die Gemengelage ist kompliziert: Da wäre Apples vielbesprochene Mail Privacy Protection. Dazu ein aufsehenerregendes Urteil des Wiesbadener Verwaltungsgerichts, das weitreichende Folgen mit sich bringen könnte: Den Richtern zufolge dürfen deutsche Websites keine US-Cookies mehr einbinden. Das gelte bereits, wenn die Konzernmutter eines Cloud-Anbieters in den USA sitzt. Problem: Genau das ist bei vielen Cloud-Größen wie Amazon, Microsoft, Google oder Apple der Fall sowie auch bei vielen Email Service Providern, deren Server sich in den USA befinden. Signalwirkung hat außerdem die geplante Abschaffung von Third Party Cookies durch Google. Es bleibt also definitiv spannend auf dem Gebiet des Datenschutzes im Online-Marketing! 

Companies und Third Party Cookies

Im Vergleich zu anderen Kanälen ist der Email-Channel in einer guten Position und gewappnet, sich den Herausforderungen zu stellen. Denn: Mit dem Abgesang auf Third Party Cookies gewinnen First Party Data immer mehr an Bedeutung (also Infos, die der User freiwillig angibt.) Dabei spielt das Email Marketing als “owned”-Kanal eine zentrale Rolle. Mit den richtigen Maßnahmen lassen sich unabhängig von Dritten wertvolle Zero- und First Party Data gewinnen und personalisierte Erlebnisse schaffen − letztlich immer mit dem Ziel, übers Email Marketing neue Subscriber zu gewinnen und Kund:innen zu binden. Das macht den Email Channel wesentlich unabhängiger als etwa Social Media Marketing. Mehr zum Thema “Abschaffung von Third Party Cookies durch Google” und der Relevanz von First Party Data findest du in diesem Artikel auf unserem Blog. 

3. BIMI-Standard implementieren

Bei BIMI handelt es sich um einen Email-Authentifizierungsstandard − wir haben uns schon 2021 ausführlich in diesem Blog-Artikel mit ihm beschäftigt. BIMI steht für “Brand Indicators for Message Identification”. Die Idee dahinter: Durch BIMI wird das Logo des Absenders im Postfach neben der Email angezeigt. So wird sichergestellt, dass es sich um eine verifizierte Email und nicht um einen gefährlichen Phishing-Versuch handelt. Mit dem Standard kann also eine möglichst hohe Zustellrate zu erzielt werden und die Sicherheit wird erhöht.

No BIMI vs BIMI

Es gibt BIMI zwar schon länger, doch erst im letzten Jahr hat Google angekündigt, BIMI-Logos offiziell zu unterstützen. Dadurch hat das Thema an Dynamik gewonnen. Aufgrund der immer weiter wachsenden Konkurrenz im Postfach und zunehmender Cyber-Kriminalität kommen Unternehmen mit hohem Email-Volumen und großer Liste nicht mehr am BIMI-Standard vorbei. Deshalb sind wir überzeugt: BIMI wird 2022 ordentlich an Fahrt aufnehmen und es werden uns immer mehr Logos bekannter Brands im Postfach begegnen.

4. Gamification weiter ausbauen

Der Gamification-Trend ist quasi schon zum Dauerbrenner unter den Email-Trends geworden. Fast jedes Jahr taucht er in der Liste der Top-Themen auf. Wir sagen: zu Recht! Vor allem in der Lead Generierung wird Gamification gebraucht. Schon Aktionen aus dem vergangenen Jahr mit Gamification-Elementen waren sehr erfolgreich und machen Lust auf mehr, ganz gleich, ob es sich um das klassische Glücksrad, ein Quiz, Memory oder andere spielerische Elemente handelt.

Gamification Trend

Aber auch in Puncto Emails wird sich Gamification weiter ausbreiten: Wer hin und wieder ein kleines Spiel in seine Mailings einbaut, verschafft seinen Abonnent:innen damit ein gutes Gefühl und sorgt für Abwechslung im Postfach. Besondere Anlässe und Aktionstage wie z.B. Ostern, Halloween, Black Friday oder Weihnachten eignen sich besonders gut. Falls du auf der Suche nach Inspiration bist: Hier wirst du fündig.

5. Hyper-Personalisierung perfektionieren 

Ja, auch die Personalisierung ist seit Jahren ein zentraler Trend im Email Marketing Bereich − doch hier ist noch viiiiiel Luft nach oben. Um sich erfolgreich von der Masse abzuheben, braucht es mehr als die Verwendung des Kundennamens in Ansprache und Betreffzeile. Auch 2022 werden Email Marketer deshalb mit Hochdruck weiter daran arbeiten, noch stärker personalisierte Email-Erlebnisse zu erschaffen. Hier spielen natürlich auch die solide Erhebung von Daten, gute Segmentierung, sinnvolle Automations und AI eine große Rolle: Je mehr Informationen über die Empfänger:innen vorliegen, desto einfacher können diese (ggf. KI-gestützten) Daten für dynamische Inhalte und Segmentierung genutzt werden, um hoch personalisierte Email-Erlebnisse zu liefern. 

Bei der Hyper-Personalisierung geht es allerdings nicht nur um das Email-Erlebnis an sich, sondern um eine Personalisierung entlang der gesamten Customer Journey, also über verschiedene Touchpoints hinweg. Auch die mit einer Mail verknüpfte Landing Page oder ein Popup etwa können exakt auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnitten sein. Das ist z.B. auf Basis der gespeicherten Profildaten möglich, anhand von Segmenten, dem Standort, vorangegangenen Interaktionen und Käufen. Es können aber auch Vorlieben, Geschlecht, Interessen, der Mitglieds-, Prämien- oder Punktestatus (z.B. eines Loyalty Programms) genutzt werden − also jegliche Art von im Profil hinterlegten Informationen.

Hyper-Personalisierung

Fakt ist: Emails mit einem hohen Personalisierungsgrad führen zu stärkerem Engagement, besserer Conversion Rate und sie tragen zu einem positiven Erlebnis mit der jeweiligen Marke bei. Wer sich 2022 von der Konkurrenz abheben möchte, kommt um eine erweiterte Personalisierung nicht herum.

6. Auf interaktive Emails setzen

Kein Wunder, dass dieser Trend es 2022 wieder auf die Liste geschafft hat: Die Verwendung von interaktiven Elementen in Emails wie z.B. GIFs und Videos erhöht eindeutig die Aufmerksamkeit der Empfänger:innen und bringt ihnen vor allem eins: viel Spaß! Schon kleine Kinder reagieren besonders stark auf bewegte Bilder. Wieso sich diesen Effekt also nicht auch im Email Marketing zunutze machen? Interaktive Emails können aber auch deutlich mehr als GIFs und Videos zeigen: Es gibt z.B. die Möglichkeit, Bewertungen und Feedback direkt in der Email zu hinterlassen, mehrere Bilder als Slider anzuzeigen, zusätzliche Informationen zu einem Produkt oder verschiedene Farben einzublenden und Produkte direkt in den Warenkorb zu legen.

Interaktive Emails

Das ist nicht nur unterhaltsam, sondern bestimmte Inhalte können damit besser veranschaulicht werden. Das macht die Email funktionaler und sorgt für ein reibungsloses Erlebnis, weil alles in der Email selbst stattfindet – der User muss nicht auf eine externe Website oder Landinpage geführt werden. Allerdings: Beim Thema interaktive Mails hat sich in den vergangenen Jahren weitaus weniger entwickelt, als wir gehofft haben. Vermutlich ist der langsame Fortschritt auch bedingt durch die ESPs und Email-Clients. Die Erstellung von interaktiven Emails und z.B. die Nutzung von AMP für Email ist komplex, denn viele interaktive Elemente werden nur in bestimmten Clients richtig angezeigt und sind nicht mit jedem ESP möglich. Daher lohnt sich der Aufwand für viele Unternehmen (noch) nicht. 2022 könnte die Entwicklung aber weiter an Fahrt aufnehmen!